Presse
18.05.2019, 12:58 Uhr | Melanie Thiel de Gafenco, Andreaswerk
Einrichtungen bereiten sich auf Systemwechsel vor!
Mitglieder der Arbeitskreise Soziales der CDU Landtagsfraktion und des CDU Kreisverbandes in Vechta diskutieren mit Vertretern des Andreaswerkes.
Mit arbeitsmarktnahen Arbeitsplätzen in von ihnen betriebenen Cafés, Kantinen oder Sozialkaufhäusern schlagen Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) beziehungsweise ihre Träger seit Jahren wichtige Brücken in die Gesellschaft und den ersten Arbeitsmarkt. Ein Konzept, das auch bei den Beschäftigten mit Beeinträchtigungen selbst gut ankommt, wie Matthias Warnking, Geschäftsführer des Andreaswerkes, weiß. Doch nur ein Teil der für solche Angebote notwendigen Flächen wird vom Land anerkannt und damit bei der Refinanzierung der Investitionskosten berücksichtigt. Das Problem: Das Raumprogramm, das zur Bemessung herangezogen wird, stammt noch aus den 70er Jahren - und bezieht sich auf den Bau größerer Werkstattgebäude. "Dort ist der Flächenbedarf pro Person aber geringer als zum Beispiel in unserer Manufaktur", betonte Warnking jetzt im Rahmen eines Besuches der Arbeitskreise Soziales der CDU Landtagsfraktion und des CDU Kreisvorstandes Vechta vor Ort.
Foto: Thiel/Andreaswerk; Bei dem Termin in der Manufaktur ging es unter anderem um die Schaffung arbeitsmarknaher Arbeitsplätze sowie um die dritte Reformstufe des Bundesteilhabegesetzes.
Es könne nicht sein, dass eine über 40 Jahre alte Regelung nicht angepasst werde, bekräftigte Christoph Eilers MdL, der den Besuch von Seiten des AK Soziales initiiert hatte. Insgesamt waren fünf CDU-Landtagsabgeordnete der Einladung in das Café und den Werkstätten an der Großen Straße in Vechta gefolgt. Auch im Namen seiner Kollegen versprach der Politiker aus Cloppenburg, das angesprochene Problem im Auge zu behalten - ebenso wie die weiteren Entwicklungen in Sachen Bundesteilhabegesetz (BTHG). Tritt zum 1. Januar 2020 die dritte Reformstufe des, so Eilers, "entscheidenden Gesetzes" in Kraft, werden die bisherigen Pauschalleistungen der Eingliederungshilfe aufgespalten in existenzsichernde Leistungen und Fachleistungen. Unter anderem für das Andreaswerk - und dort insbesondere den Fachbereich Wohnen und Assitenz - bedeutet dieser Systemwechsel in der Finanzierung eine enorme Umstellung. "Haben wir bislang in unseren Wohneinrichtungen Komplexleistungen angeboten, müssen wir diese nun in drei Module aufschlüsseln. Zwei Rechnungen, nämlich für das Wohnen und für das Essen, gehen dann direkt an den Leistungsberechtigten, die Rechnung für Assistenzleistungen hingegen an den Leistungsträger", erläuterte Matthias Warnking eine der anstehenden Veränderungen. Das BTHG und vor allem die darin geforderte Personenzentrierung, die den Menschen und seinen individuellen Bedarf in den Mittelpunkt stellt, beurteilten er und die übrigen Teilnehmer der Gesprächsrunde zwar als richtige und gute Entwicklung. Fehlendes Personal auf allen Ebenen und teils unklare Rahmenbedingungen würden die Umsetzung vor Ort allerdings erschweren, so das Fazit. Christoph Eilers bedankte sich im Anschluss für das konstruktive Gespräch. Für ihn und die übrigen Mitglieder Des Arbeitskreises der Landtagsfraktion ging es am Mittag weiter nach Cloppenburg. Im Nachbarlandkreis informierten sie sich über die Arbeit des Caritasvereins Altenoythe.
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